Schützenverein Jagabluat Irlbach e.V.

Chronik des Schützenverein „Jagabluat“ Irlbach e.V.

Von der Vereinsgründung 1948 bis zum neuen Schützenheim 2010


Die Gründung (1948)

Im Jahr 1948 trafen sich einige Männer aus Irlbach, Fußenberg und der Umgebung im Gasthaus Riederer in Irlbach, um einen Schützenverein zu gründen. Initiator war Johann Reichinger, der auch zum ersten Vorstand und Gründungsschützenmeister gewählt wurde.

Da zu dieser Zeit jeglicher Waffengebrauch durch die Besatzungsmacht verboten war, lebte der junge Verein zunächst vor allem vom gesellschaftlichen Miteinander – bei Veranstaltungen wie Bockstechen oder Sackhüpfen. Erst als die Nutzung von Luftgewehren wieder erlaubt wurde, konnte der aktive Schießsport beginnen.

Der Verein schloss sich dem Donaugau an und wurde mehrfach vom damaligen Gauschützenmeister Karl Gebisch besucht. Nach einigen Jahren übernahm Johann Kürzinger das Amt des 1. Schützenmeisters, unterstützt von Schriftführer Josef Langer und Kassier Konrad Hochmuth.

Aufbaujahre unter Alois Schafberger (1955–1984)

1955 wurde eine neue Vorstandschaft gewählt, die den Verein für fast drei Jahrzehnte prägen sollte: 1. Schützenmeister Alois Schafberger, Kassier Johann Beer und Schriftführer Franz Koller. Die Gründungsväter Reichinger und Kürzinger sowie Schützenmeister Johann Melzl sind mittlerweile verstorben – Johann Melzl zu Ehren wurde zu seinem 10. Todestag ein Gedächtnisschießen innerhalb der damaligen Sektion Graßmann ausgetragen.

1970 wurde eine neue Schützenkette angeschafft. Bei der Königsfeier in Anwesenheit von Gauschützenmeister Toni Seitz wurden die Gründungsmitglieder und Förderer Georg Riederer, Max Engl und Max Detterbeck zu Ehrenmitgliedern ernannt. Max Detterbeck stiftete dem Verein zudem eine neue Fahne – der Anlass für eine Fahnenweihe noch vor dem 25-jährigen Jubiläum. Der Verein befand sich damals in einer starken Aufwärtsentwicklung, vor allem durch den Zulauf junger Schützinnen und Schützen; beim Donaugau waren 61 Mitglieder gemeldet.

Am 24. und 25. Juli 1971 fand die Fahnenweihe statt: Bei schönstem Wetter kamen 55 Vereine aus Nah und Fern nach Irlbach. Aus dieser Zeit stammen auch bis heute gepflegte Traditionen: eine vereinseigene Fußballmannschaft, die jährlich gegen eine Elf der Geistlichen der Diözese Regensburg antritt, das weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Preisschafkopfen sowie eine langjährige Freundschaft mit einem Schützenverein aus Epfenhausen bei Landsberg am Lech.

November 1978: 30-jähriges Jubiläum, im kleinen Kreis gefeiert. Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt 90 beim Donaugau gemeldete Mitglieder.

Juni 1982: Zur 1100-Jahrfeier der Gemeinde Wenzenbach stellte der Verein zwei Wagen für den historischen Festzug – einen mit den Handwerksberufen Schmied und Wagner, einen weiteren mit Müller und Bäcker.

Führungswechsel und Standumbau (1984–1988)

1984 übernahm Alfred Götzfried als neuer 1. Schützenmeister die Vereinsführung; Alois Schafberger wurde zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Januar 1985: Aufgrund verschärfter Auflagen des Landratsamts Regensburg musste der Schießstand umgebaut werden – die Arbeiten fanden bei Temperaturen von minus 23 Grad statt. Danach standen fünf abgenommene Stände zur Verfügung. Über viele Jahre veranstaltete der Verein zudem ein Preisschafkopfturnier zugunsten der Pfarrhofsanierung.

1987 war mit 116 Teilnehmern das bis dahin erfolgreichste Jahr des Vereins.

24. bis 26. Juni 1988: Feier des 40-jährigen Gründungsfests bei prächtigem Wetter – drei Tage, an die sich die Mitglieder noch lange gerne erinnerten.

Umzüge und ein fester Platz (1992–1998)

Anfang 1992 trat der langjährige 2. Vorstand Emil Weigert nach 32 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl an. Im Januar 1993 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen (seither e.V.).

Die folgenden Jahre waren geprägt von häufigen Pächterwechseln im Vereinsheim: 1993 musste der Verein zum ersten Mal ausziehen, kehrte kurz darauf zurück – und musste bald wieder weichen.

Seit 1995 hat der Verein einen festen und sicheren Platz am Gemeindeschießstand in Wenzenbach – ein Umstand, für den bis heute der Gemeinde Wenzenbach gedankt wird.

1996 stellte sich Alfred Götzfried nach zwölfjähriger Amtszeit nicht mehr zur Wahl; Jürgen Weigert wurde neuer 1. Vorstand. Seit dieser Zeit gehört auch der alljährliche Vereinsausflug zu den festen und beliebten Terminen im Vereinsleben.

5. bis 7. Juni 1998: Dreitägiges Fest mit 45 teilnehmenden Vereinen – vorbereitet durch zahlreiche Vorstandssitzungen seit April 1996. Trotz teils großer Hitze ein voller Erfolg.

Auf der Suche nach einem eigenen Zuhause (1999–2007)

Dezember 1999: Der Verein prüfte die Möglichkeit, sich wieder in Irlbach anzusiedeln – konkret im ersten Stock der „alten Schule“. Nach Besichtigungen und Kostenkalkulationen scheiterte dieses Vorhaben jedoch.

In diese Zeit fällt die Verstetigung zahlreicher bis heute gepflegter Traditionen: die Teilnahme am internationalen Wandertag in Wenzenbach, das gemeinsame Maibaumaufstellen mit dem Stammtisch „De Euchan“ und der Krieger- und Reservistenkameradschaft sowie Fußballspiele in Verbindung mit einem Sommernachtsfest.

  • Seit 2001: Grillfest zum Abschluss der Schießsaison vor der Sommerpause
  • 2002: Erstes K.-o.-Cup-Schießen
  • Seit 2003: Freundschaft mit dem Schützenverein „Jägerheim“ Pettendorf; eigene Königskette für die Jugend angeschafft
  • Oktober 2004: Patenbitten des Vereins „Gemütl. Schützen“ Eutzlhofen
  • Juni 2005: Der Verein fungiert als Patenverein beim Fest der „Gemütl. Schützen“ Wuzlhofen – ein Fest mit außergewöhnlich hoher Teilnahme
  • Seit 2006: Mithilfe der Gemeinde Wenzenbach wird die Idee eines eigenen Vereinsheims wieder aufgegriffen; anderthalb Jahre Planung und Diskussion folgen. Ein zentrales Problem bleibt die „zerrissene Struktur“ des Vereins: Geschossen wird in Wenzenbach, Versammlungen und Feiern müssen andernorts stattfinden.
  • Weihnachten 2007: Erster eigener Verkaufsstand in Irlbach mit warmen und kalten Getränken sowie Fleischsemmeln – schnell im Ort bekannt als der Stand, „wo es im hinteren Eck was Gutes gibt“.

Der Beschluss: ein eigenes Vereinsheim (2008)

23. Februar 2008: Bei der Jahreshauptversammlung stimmen die Mitglieder klar für den Bau eines eigenen Vereinsheims.

31. Mai 2008: Das 60-jährige Gründungsfest wird im „Melzl-Stadl“ gemeinsam mit den Orts- und Sektionsvereinen gefeiert.

Der ursprünglich für Mitte 2008 geplante Spatenstich verzögert sich durch Planungsanpassungen.

Der Neubau des Schützenheims (2009–2010)

Was folgt, ist eine der intensivsten Bauphasen der Vereinsgeschichte – über weite Strecken in Eigenleistung der Mitglieder gestemmt:

  • Januar 2009: Abriss der alten Garage, fachgerechte Entsorgung des asbesthaltigen Dachs
  • Aushub und Betonierung der Kellersohle, anschließend die Kellerdecke
  • Errichtung der Seitenwände für den Schießstand sowie der Wände des Gastraums
  • Herstellung und Montage der Dachbinder, Eindeckung des Dachs – wieder mit großem gemeinschaftlichem Arbeitseinsatz
  • Einsetzen von Fenstern und Türen – das Gebäude ist geschlossen, Richtfest wird gefeiert
  • Außenputz und Anstrich des neuen Schützenheims

Im Innenausbau folgen Schießstand, Gastraum, Auswerteraum, Umkleide- und Nebenraum, Estricharbeiten, die Fliesenarbeiten in den sanitären Anlagen sowie der Einbau der fertigen Küche. Der Fahnenschrank wird eingebaut, die erste Sitzgruppe aufgestellt – der Gastraum ist betriebsbereit. Gesundheitsamt und Bauabnahme werden erfolgreich gemeistert.

13. November 2010: Kirchliche Einweihung des neuen Schützenheims.

17. November 2010: Offizielle Genehmigung zum Schießen für den neuen Schießstand.

Neue Vereinstracht (seit 2012)

Ab 2012 tritt der Verein bei Umzügen, Königsfeiern und Vereinsfesten in einer neuen Vereinstracht auf – ein sichtbares Zeichen für den gemeinsamen Auftritt und die Verbundenheit der Mitglieder untereinander.

(Ergänzung möglich: Anlass der Einführung, Details zur Tracht, ggf. Foto der ersten Präsentation.)

Modernisierung: Elektronische Schießstände (seit 2017)

Ein bedeutender Schritt in der jüngeren Vereinsgeschichte war die Umstellung auf eine elektronische Schießanlage der Firma Meyton im Jahr 2017. Statt der bisherigen mechanischen Auswertung ermöglicht die neue Technik eine präzise, berührungslose optische Vermessung jedes Schusses auf ein Zehntel Millimeter genau – und damit eine faire, moderne und deutlich schnellere Auswertung bei Training, Rundenwettkämpfen sowie Preis- und Königsschießen.

Die neuen Stände sind bis heute im Einsatz und wurden seither kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt. Sie bilden auch die technische Grundlage für die Ergebnisverarbeitung des Vereins, etwa bei der Auswertung von Wettkämpfen wie dem Generationen-Cup.

Vereinsleben und Traditionen

Über die Jahrzehnte hat der Verein ein reiches und vielseitiges Vereinsleben aufgebaut, das weit über das reine Schießsportliche hinausgeht. Feste Bestandteile im Jahreslauf sind unter anderem:

  • Königsschießen und Königsfeier – jährlicher Höhepunkt mit der Krönung von Schützenkönig, Schützenliesl, Jugend- und Bambini-König sowie zahlreichen weiteren Titeln und Pokalen
  • Preisschafkopfen – über die Gemeindegrenzen hinaus bekanntes Kartenturnier, lange Jahre zugunsten der Pfarrhofsanierung ausgetragen
  • Grillfest zum Abschluss der Schießsaison vor der Sommerpause
  • K.-o.-Cup-Schießen als spannendes Format im Wettkampfkalender
  • Maibaumaufstellen gemeinsam mit dem Stammtisch „De Euchan“ und der Krieger- und Reservistenkameradschaft
  • Christkindlmarkt-Stand in Irlbach mit warmen und kalten Getränken sowie Fleischsemmeln
  • Blasrohrschießen als neuere, zusätzliche Schießdisziplin, offen für alle Altersklassen
  • Gedenken an verstorbene Mitglieder, u. a. mit einer Messe in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Irlbach
  • Vereinsausflug, seit über 25 Jahren fester und beliebter Jahrestermin

Der Nachwuchs spielt dabei eine besondere Rolle: Bereits ab sechs Jahren können Kinder das Lichtgewehr ausprobieren, mit Ausnahmegenehmigung ab zehn Jahren auch Luftgewehr und Luftpistole – der Verein legt großen Wert auf eine aktive und gut betreute Jugendarbeit.

Der Generationen-Cup

Zu einer der schönsten und mittlerweile am stärksten wachsenden Traditionen des Vereins zählt der Generationen-Cup: ein von Jagabluat Irlbach ausgerichteter Mannschaftswettbewerb, bei dem jeweils ein Schütze oder eine Schützin aus der Jugendklasse, der Damen-/Herrenklasse und der Seniorenklasse Aufgelegt gemeinsam ein Team bilden. Der Wettbewerb bringt damit ganz unterschiedliche Generationen einer Familie oder eines Vereins in einer Mannschaft zusammen.

Der Cup erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit – mittlerweile nehmen Teams befreundeter Vereine aus der ganzen Umgebung teil, und mancher Verein blickt bereits auf mehrere Siege in Folge zurück. Für Jagabluat Irlbach hat sich der Generationen-Cup damit zu einer festen Größe im Wettkampfkalender entwickelt und zu einer Visitenkarte des Vereins über die Gemeindegrenzen hinaus.

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